Der Zeitpunkt, ab dem man immer mehr hinterfragt… Oder auch, warum bin ich hier?
Unversehens ereilte mich das Schicksal, nicht in Form einer Trennung oder eines Todes, vielmehr durch ein geschenktes Buch, ich verschlang es innerhalb kürzester Zeit, es zog mich in seinen Bann.
Zentrale Fragen, welche auf den vielen Seiten abgehandelt wurden, waren die folgenden:
„Warum bist du hier?“
„Hast du Angst vor dem Tod?“
„Führst du ein erfülltes Leben?“.
Der Umschalter in meinem Kopf machte laut und deutlich Klick.
Sei dankbar, dankbar für deine wahren Freunde, die dich aufbauen aber auch maßregeln, die dich leben lassen und dir jederzeit beistehen, die dich in deinem Handeln bestärken, die dir einfach gut tun. Die, dir die wahre Lebensqualität zugestehen und für dich da sind. Entledige dich derer, die vorne herum ein vermeintlich gutes Spiel betreiben, hinten herum jedoch über dich herziehen oder wahrhaft privates mit der, meinerseits bewusst unbeteiligten, Allgemeinheit teilen.
Doch warum bin ich denn nun hier? Hier an dieser Stelle meines Lebens, meines Daseins?
Um ehrlich zu gestehen, ich weiß es nicht mal im Ansatz, was ich jedoch weiß, ich möchte mein Leben nicht mehr an unnütze Zeitfresser verschwenden, das Leben leben und genießen, gute Gespräche führen, mich austauschen, das Leben nicht auf den Ruhestand ausgerichtet führen, sondern es auch jetzt immer in seiner Unvollkommenheit wertschätzen, den Moment, einen jeden, voll auskosten. Dinge umsetzen, die mir Spaß bereiten, beruflich wie privat.
Habe ich Angst vor dem Tod? Vor meinem? Vor dem anderer?
So lange alles ausgesprochen ist und der sogenannte Seelenfrieden gefunden wurde, könnte ich mit Fug und Recht behaupten, keine Angst vor meinem Tod zu haben. Eher würde es mich bekümmern, um nicht zu sagen absolut niederschlagen, wenn es eine/n meiner engsten Anvertrauten erwischt, ohne dass die Chance bestand, sich verabschieden zu können. Sich zu verabschieden macht es nicht einfacher, es hilft jedoch eher den Schmerz zu überwinden. Wenngleich das hinterlassene Loch im Herzen immer verweilen wird.
Ist mein Leben erfüllt? Führe ich das Leben welches ich mir vorstelle?
Auf der einen Seite ein klares „Nein„, leider kann ich dieses nicht behaupten, zu sehr fühlt man sich von seinem Umfeld in Bahnen gezwungen, die man meist nicht bereit ist gehen zu wollen. Auf der anderen Seite jedoch auch ein klares „Ja„, denn ich habe eigentlich alles, was ich brauche, ich leide keinen Hunger oder Durst, habe wahre Freunde, habe eine Decke über meinem Kopf und erkenne immer mehr, dieses als Glück wahrzunehmen.
Äußere Einflüsse suggerieren ungeniert, es müsse doch mehr sein, das Auto größer, der Fernseher breit wie die Wand, das Handy aktueller als alle anderen. Doch ist dies alles nicht nur das materielle Begehren? Macht es denn wirklich auf lange Sicht glücklich, im speziellen mich glücklich? Nein! Wenn ich mich, als derjenige, der ich eigentlich bin, beweisen kann, so erfreut das mein Herz, mich ohne die psychische Nachtlebenmaske zu zeigen, wenn ich einfach und ungehemmt ich sein kann, mit blöden oder auch tiefsinnigen Sprüchen, wenn ich die Möglichkeit habe einfach mal Unfug zu treiben, sei es nur mit dem ferngesteuerten Auto auf einem Feld umherzufahren oder kurzerhand des Nachtens an der See verweile, wenn ich den Abend mit Freunden genieße, das erfüllt mein Leben und davon sollte ich mir einfach mehr gönnen!
Addendum für die, die es betrifft und die sich angesprochen fühlen dürfen:
Danke, dass es dich in meinem Leben gibt!
Denn manchmal muss man den Menschen, in seiner nächsten Umgebung, einfach mal die Wertschätzung entgegen bringen, die sie verdienen!