PANIK!!! Ach neee, doch nicht…
Wie mir scheint ist in den letzten Monaten nicht nur die Welt weiter aus ihren Fugen geraten, sondern auch immer mehr Menschen drehen frei, sehen Dinge, die nicht vorhanden sind, meinen ein Stofffetzen im Gesicht würde ihre Meinung unterdrücken. Opfern sich den einfachsten Lösungen, ich sehe es nicht, also existiert es nicht. Wenn diese Gedankengänge dann auch noch von einem orangefarbenen Vollhonk durch seine, nun doch mal (wiederholt) ans Tageslicht gekommenen, Lügen und Halbwahrheiten bestärkt werden, ja dann entfällt sehr schnell das „i“ im IQ. Eine vermeintliche etwas Wissende Menge propagiert, sie sei erleuchtet und verstrickt sich immer mehr in ihrem Glauben, nur sie kenne die Wahrheit, statt, wie der normal gebildete Mensch, sich auch die andere Seite der Medaille anzuschauen, die Dinge zu beobachten. Und natürlich ist man im Nachhinein immer schlauer und es war mit Sicherheit zumindest in unserem Land auch einiges überzogen, vielleicht hätte es weniger Einschränkungen gebraucht oder an neuralgischen Punkten auch früheres Handeln benötigt. Nur können wir es in dem jetzigen Moment halt nachträglich betrachten und unsere Lehren für derartig künftige Ereignisse ziehen. Schaut man über den deutschen Tellerrand hinaus, muss man einfach mal sehen, dass hier bei uns, zumindest aktuell noch, im Gegensatz zu anderen, europäischen bzw. weltweit angesiedelten, Ländern, eine sehr geringe Sterblichkeit und Infektionsintensität vorliegt. Dass es in einem solchen Szenario schnell aufkeimt, man hätte überreagiert, läßt sich lokal betrachtet nicht unbedingt von der Hand weisen, jedoch könnte uns eben jenes Handeln in exakt diese Position gebracht haben, ein Paradox. Würden sich die in Quarantäne befindlichen Menschen an den einfachen „Auftrag“ halten und mit ihrem Arsch zu Hause verweilen oder sich an der eigentlich simplen Aufforderung der Körperhygiene erfreuen, es wäre viel gewonnen, doch leider ist der Egoismus einiger stärker.
Um eine weitere Öffnung der Veranstaltungsbranche voranzutreiben, sollte in meinen Augen ein vielleicht ungewöhnlicher Schritt hin zu einer restriktiveren App, als der uns allseits bekannten Corona-Warn-App, gegangen werden. Es gibt ja bereits Überlegungen, die ein Ampelsystem zu nutzen gedenken. Einziges großes Manko an der Geschichte, diese App wäre dann halt für den Party-/Kulturgänger ein Pflichtutensil und wäre mit tagesaktuellen Daten zu füttern, jedoch nicht vom Eigentümer des Smartphones selbst, sondern direkt aus dem jeweiligen Testlabor. An dieser Stelle stehen wir halt vor einem massivem Datenschutzproblem. Dieses wird uns in dem Gedankenspiel verharren lassen. Seien wir mal ehrlich, wer will/kann ohne ein solche App wieder so unbekümmert feiern gehen wie zuvor. Sicher werden jetzt einige sagen, natürlich ist doch eh nur ein Hoax und wir werden für dumm verkauft. Eine andere, sehr aktuelle Variante wäre die Einführung von Schnelltests (mehr erfahren auf: https://rapidtests.de/) um so die Möglichkeit zu bieten, direkt vor Ort der Veranstaltung zu testen, ob alle Gäste „sauber“ sind.
Nun ja schaut man sich an, wer von der immer noch fortwährenden Situation profitiert, hinterlässt dieses wirklich einen faden Beigeschmack, denn statt unser Geld (und davon kann ich mich selbst auch nicht freisprechen) in unsere lokalen Geschäfte zu tragen, floriert der online-Handel immer mehr (bei einem US-amerikanischen Schwergewicht sogar immens). Wir alle sollten wohl so langsam mal umdenken und uns somit auch ein Stück weit entschleunigen, haben wir früher einfach gewartet bis unser Lieblingsstück in die jeweilige Filiale geliefert wurde, können wir es heute nicht mehr abwarten unseren neuen (meist) Ramsch in den Händen zu halten. Doch ich schweife ab. Viele Jobs in unserem Land könnten durch eine Reorganisation der Handelsketten mit neuem Leben gefüllt werden, müssen Krabben aus der Nordsee nur des Profites wegen wirklich in Nordafrika gepult werden, sollten wir in der Hinsicht auch den Umweltaspekt mal mit ins Auge fassen? Brauchen wir wirklich noch Kohle im Allgemeinen für den Strom? Wäre es nicht schlauer, die verloren gegangenen 40.000 Arbeitsplätze in den erneuerbaren Energien wieder aufleben zu lassen, statt weiterhin 24.000 Jobs mit Subventionen auf Krampf aufrecht zu erhalten? Okay ich muss zugeben, das war jetzt alles etwas konfus, aber sind dies nicht meist die kurzweiligen Gedanken die einem so durch den Kopf schießen?!
Mich beschäftigt in den letzten Monaten vieles und manchmal vertrete ich durchaus Meinungen, die wohl für einige nicht nachvollziehbar sein mögen. Jedoch mache ich mir so langsam aber sicher immer mehr Sorgen um Menschen aus meinem Umfeld, die sich den „leichten“ Thesen ergeben, die „einfachen“ Antworten in sich aufsaugen, ohne diese weiter zu hinterfragen. Dieses lässt mich erschaudern und ganz offen gesagt, habe ich einzig und allein davor eine unterschwellige Angst, immer mehr Freunde und Bekannte an diese dubiosen Gedankengänge zu verlieren.
Einen kleinen Lesetipp hätte ich da noch in petto: Skeptiker Sonderheft 2020 „Das Virus der Verschwörungstheorie“